Männergesundheit

Wechseljahre beim Mann: Wenn Energie, Libido und Leistungsfähigkeit nachlassen

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Weniger Energie, nachlassende Libido, Muskelabbau oder schlechter Schlaf: Welche Hormone untersucht werden können und welche Wege es bei einem nachgewiesenen Testosteronmangel gibt.

Auch Männer erleben mit zunehmendem Alter hormonelle Veränderungen. Anders als bei Frauen gibt es jedoch keine plötzlich einsetzende Menopause. Der Testosteronspiegel kann über Jahre langsam sinken.

Entscheidend ist deshalb nicht nur ein Laborwert: Erst typische Beschwerden zusammen mit wiederholt erniedrigten Testosteronwerten sprechen für einen behandlungsbedürftigen Testosteronmangel – einen sogenannten Hypogonadismus.

Typische Beschwerden

Ein hormonelles Defizit kann sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen:

  • weniger Energie und Leistungsfähigkeit
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • nachlassende Libido
  • weniger spontane oder schlechtere Erektionen
  • Muskelabbau und Kraftverlust
  • Zunahme von Bauchfett
  • schlechter Schlaf
  • Konzentrationsprobleme
  • reduzierte Motivation und Belastbarkeit
  • Stimmungsschwankungen oder Gereiztheit
  • langfristig Abnahme der Knochendichte

Nicht jedes dieser Symptome bedeutet automatisch Testosteronmangel. Auch Stress, Schlafmangel, Übergewicht, Medikamente, Stoffwechselstörungen oder andere Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen.

Welche Hormone sollten untersucht werden?

Im Mittelpunkt steht das Testosteron. Je nach Befund können zusätzlich bestimmt werden:

Gesamt-Testosteron

Basiswert der hormonellen Diagnostik. Die Messung sollte morgens erfolgen und bei einem auffälligen Ergebnis bestätigt werden.

SHBG und freies Testosteron

Sie helfen einzuschätzen, wie viel biologisch verfügbares Testosteron tatsächlich vorhanden ist.

LH und FSH

Diese Hormone zeigen, ob die Ursache eher im Hoden oder in der hormonellen Steuerung durch Hypophyse und Gehirn liegt.

Prolaktin

Kann insbesondere bei Libidoverlust, Erektionsproblemen oder erniedrigtem Testosteron wichtig sein.

Estradiol

Kann beispielsweise bei ausgeprägtem Übergewicht, Brustdrüsenschwellung oder bestimmten hormonellen Konstellationen ergänzend sinnvoll sein.

Je nach Beschwerden ergänzen wir die Diagnostik beispielsweise um Schilddrüse, Stoffwechselparameter, Blutbild und weitere relevante Laborwerte.

Was kann man dagegen tun?

Die Therapie richtet sich immer nach der Ursache.

Lebensstil optimieren

Krafttraining, Gewichtsreduktion bei Übergewicht, ausreichend Schlaf, eine proteinreiche ausgewogene Ernährung und die Behandlung einer möglichen Schlafapnoe können die hormonelle Situation deutlich verbessern.

Ursachen behandeln

Medikamente, chronische Erkrankungen, Übergewicht oder Störungen von Hypophyse und Hoden können hinter einem Testosteronmangel stehen und sollten gezielt abgeklärt werden.

Testosterontherapie

Bei typischen Beschwerden und eindeutig nachgewiesenem Testosteronmangel kann eine individuell eingestellte Testosteronersatztherapie sinnvoll sein.

Dabei geht es nicht darum, möglichst hohe Testosteronwerte zu erreichen, sondern einen tatsächlichen Hormonmangel medizinisch sinnvoll auszugleichen.

Vor und während einer Therapie sind regelmäßige Kontrollen erforderlich. Bei bestehendem Kinderwunsch muss besonders sorgfältig geplant werden, da eine Testosterontherapie die körpereigene Spermienproduktion vermindern kann.

Männergesundheit neu denken

Weniger Energie, Muskelverlust oder Libidoverlust muss man nicht einfach als „normales Älterwerden“ hinnehmen.

Eine gezielte hormonelle und metabolische Diagnostik kann zeigen, ob tatsächlich ein behandelbarer Hormonmangel vorliegt – oder ob andere Ursachen hinter den Beschwerden stehen.

Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Untersuchung, Diagnose oder Behandlung.

Dr. med. Robinson Ferrara

Facharzt für Gynäkologie und Host des Podcasts „Hormonzeit“ – mit dem Anspruch, komplexe Medizin verständlich einzuordnen.

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